Fremder Soldat
lass mir meinen Krieg
ob Niederlage ob Sieg
um Wasser, Öl, Religion
du bist nicht mein Sohn
bist ein fremder Soldat
in meinem Staat
ob aus Osten oder Westen
deine Waffen sie zerfetzen
dir fremdes Land
habe deins nie gekannt
drum bleib in deinem Reich
weit über dem Teich
Hass und Zorn wären längst verraucht
hätten nie deine Hilfe gebraucht
der Bürgerkrieg
bringt Leid nicht Sieg
Der Heimkehrer
nun bist du endlich heimgekehrt
und dein Leib ist unversehrt
ein Schnaps rinnt jetzt durch deine Kehle
lindert den Schmerz in deiner Seele
kannst ihn nicht vergessen nicht vertreiben
niemand weiß wie lang die Schmerzen bleiben
fragst wie konnt es so weit kommen
die Erinnerungen sind verschwommen
nach harten Worten sollten Taten her
so spricht permanent das Militär
während man zu Haus im Frieden lebte
im Bombenhagel dort die Erde bebte
warst nicht beliebt nicht anerkannt
ein fremder Soldat im fremden Land
so wird es immer wieder sein
wenn wir nicht endlich mal verzeih´n
Ich wollt ich wär dein Kuschelbär
fragst mich was ich mal gerne wär
ich wär so gern dein Kuschelbär
hätte den ganzen Tag nichts mehr zu tun
als wartend im Bett auszuruhn
hast du dich dann zu mir gelegt
sind all deine Sorgen weggefegt
du nimmst das Leben nicht mehr schwer
du hast ja mich den Kuschelbär
wirst du in meinem Arm ganz klein
brumm ich dich in den Schlaf hinein
fragst mich ob ich denn wirklich so genügsam wär
nein ab morgen bin ich gern dein Eis aus Heidelbeer
Stück in drei Akten
Blicke fragen
Gesten sagen
oh ja ich will
Beide ganz still
langsames Tasten
ohne zu hasten
Lippen berühren
wollen verführen
Gedanken verschwinden
im Kopf weit nach hinten
Herzen pochen
Adern kochen
Haut entblößt
Atem stößt
pumpende Lungen
Zungen verschlungen
schreien nach mehr
lieben so sehr
tanzen im Takt
zu Ende den Akt
fallen zurück
im Liebesglück
Blicke sagen
jetzt nicht fragen
Augen lächeln
Glieder schwächeln
Fingerspitzen berühren
sensibel nachspüren
im Kissengewühle
dem Hall der Gefühle
Der Pilot
niemand hat das Leid gespürt
das zu meinem Freitod führt
alle konnt ich täuschen
von mir versteckter Pein
doch für mich selbst
konnt‘s nur Enttäuschung sein
mein Schmerz wuchert
tief in mir zum Beben
daher musst es sein
dass so viel Leben
auf Felsen zerschellt
am Ende der Welt
Drei Worte
einfach gesagt
mit den drei Worten
vielfach gewagt
an tausend Orten
nicht dran gestört
kam gleicher Text zurück
geschaut und gehört
auf Betonung und Blick
stets freut es mich
ich liebe dich
ich liebe dich
Frühling
der Frühling kam jetzt über Nacht
der Kirschbaum steht in voller Blütenpracht
sein weißes Kleid vor meinem Fenster hängt
wie eine Diva alle Blicke auf sich lenkt
vor Lust kann ich den Sommer kaum erwarten
doch nein der Kirschbaum steht in Nachbars Garten
Zweifel
von Zweifeln geplagt
dein Credo zernagt
hast du nie gewagt
anders zu denken
das Zahnrad der Zeit
es bringt dich nicht weit
bist du nicht bereit
Vertrauen zu schenken
Erste Liebe
jungfräulich und zart
jungmännlich und hart
mädchenhaft weiß
knabenhaft heiß
liegen im Sand
Nacht über‘m Strand
sie träumt von der Liebe Sterne
er schwelgt von der Weiten Ferne
möchte sie wecken
mit Küssen bedecken
Zungen sich verschlingen
in Körper eindringen
schnelle Erlösung finden
und sich doch nicht binden
Sommerliebe
eins zwei drei vier Sommersprossen
sind dir ins Gesicht gegossen
die Sonne hat dich angemalt
jetzt endet unser Sommer bald
liegen im Gras sehn Wolken ziehn
wird auch unsre Hitze verglühn
heiße Blicke heißes Sehnen
will ich in den Herbst mitnehmen
Albtraum
sehe im Traum
den Lebensbaum
kraxle steige
Äste Zweige
höher weiter
ohne Leiter
und falle tief
während ich schlief
verfolgen mich
das spüre ich
zäh hast ich weg
komm nicht vom Fleck
ein Schuss ein Schmerz
strömt himmelwärts
und falle tief
während ich schlief
die nächste Pein
Messer dringt ein
in die Wunde
Blut im Munde
schießt hoch hervor
schwebe empor
und falle tief
während ich schlief
bin wieder Kind
im Labyrinth
Treppen Tritte
Gänge Schritte
doch plötzlich da
der Ausgang nah
und falle tief
während ich schlief
schweißnass die Nacht
ich bin erwacht